Donnerstag, 29. Juni 2017

40. Warum ich versuche jede Scherbe einzusammeln...

... damit das dabei herauskommt:





Die linke Scherbe mit dem vorhandenen Rand habe ich Anfang 2016 gefunden. Sie wurde als karolingisch (9. Jhd.) datiert. Vor kurzem konnte ich dann diese zweite Scherbe auf der gleichen Fläche entdecken, die mich sofort an die erste erinnerte, da sie so markante farbliche Linien hat und dachte bereits auf dem Acker daran, dass diese wohl zum gleichen Gefäß gehören könnten, hatte aber nicht mal im Ansatz daran gedacht, dass sie direkt zusammengehören würden. Das freut mich natürlich sehr.

Das ist schon ein interessantes Gefühl, wenn man etwas zusammensetzt, was seit über 1000 Jahren nicht mehr zusammenfand. Die unterschiedliche Erhaltung zeigt natürlich auch noch einmal, dass diese beiden Stücke nicht das gleiche "erlebt" haben.

Dienstag, 16. Mai 2017

39. Neue steinzeitliche Funde aus Voerde-Spellen

Wie ich bereits hier erläutert hatte (Link: zum Öffnen draufklicken),  habe ich wenig Ahnung von steinzeitlichen Artefakten, bei welchen es sich eigentlich immer um silices (lat. Feuerstein) handelt. Insofern sammel ich immer alle auf, derer ich auf den Feldern habhaft werden kann, denn selbst wenn diese nicht per Hand bearbeitet wurden, können sie doch ein wichtiger Hinweis für die Nutzung der Felder sein, denn diese brauchte man auch um ein Feuer zu entfachen. Insofern finden sich auf Feldern mit hohem Keramikanteil auch viele silices, weshalb sich da durchaus ein Zusammenhang herstellen lässt.

Diese drei hier nun vorgestellten Artefakte stammen, ähnlich wie das bereits angesprochene Beilfragment, von einem Feld westlich von Spellen und damit auch unweit der Fläche, auf der das Beilfragment lag. Zur Größe: sie sind ca. 2,5 bis 3cm breit.

die Ansprache der Archäologen aus Xanten
Kernstein

Kernstein

Kernstein

Klingengerät

Klingengerät

Klingengerät

Gerät

Gerät

Gerät



Weiterführende Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerstein
http://www.steinzeitwissen.de/

Freitag, 21. April 2017

38. Vortrag am 27.04.2017

Am nächsten Donnerstag darf ich um 19.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses Voerde meinen ersten Beitrag zu den heimatkundlichen Vorträgen beitragen. Ich freue mich!

Weitere Informationen:

https://vhs-dinslaken.de/Veranstaltung/titel-Fabian+Merker+%E2%80%9ESch%C3%A4tze+unter+der+Erde+-+Mit+Metalldetektor+am+Niederrhein%E2%80%9D/v26243.html

Montag, 10. April 2017

37. Funde in situ Teil 1

in situ (lateinisch für „am Ort“) ist ein Fachbegriff in verschiedenen Bereichen, der z. B. „unmittelbar am Ort“ oder „in der ursprünglichen Position“ bedeuten kann. Das Antonym (Gegensatzwort) ist ex situ.

Archäologie: Ein Fund ist noch in der Originallage, oder ein Objekt ist noch am Ort seiner ehemaligen Nutzung, wurde also nicht z. B. durch geologische Prozesse oder nachträgliche menschliche bzw. tierische Eingriffe verlagert.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/In_situ (zuletzt abgerufen: 10.04.2017)

Schon lange lautet mein Motto: "Die Geschichte liegt auf der Erde. Wir müssen sie nur aufheben." Mit diesen Bildern möchte ich nun zeigen, dass neben den Keramikscherben auch andere Funde manchmal direkt an der Oberfläche liegen.

Ich wünsche allen einen schönen Start in die Woche!

1 Pfennig aus dem Kaiserreich (geprägt zwischen 1874  und 1915)






mittelalterliche Randscherbe





mittelalterliche Wandscherbe

Montag, 27. März 2017

36. Schnalle aus dem Spätmittelalter

 Hoffentlich seid ihr gut in die neue Woche gekommen.

Bei dem "Antesten" eines neuen Feldes südlich von Spellen an der Mehrumer Straße habe ich in den letzten Tagen diese Schnalle gefunden. Sie wird einer Publikation zufolge, die unter Sondengängern gerne zur Datierung von Schnallen herangezogen wird, dem Spätmittelalter (1350-1500) zugeordnet. Eine andere Meinung geht sogar noch weiter und datiert sie in den Zeitraum von 1200 bis 1300. Charakteristisch ist hierbei vor allem das breitere Stück mit den Nietlöchern, welches auf den Ledergürtel genietet wurde. Leider ist nur noch eine der Nieten vorhanden.


Vorderseite

Rückseite

ähnliche Beispiele im "Whitehead"


Quelle: http://www.reenactor.ru/ARH/PDF/Whitehead.pdf S. 20-21 (zuletzt gesehen: 27.03.2017)

Montag, 26. Dezember 2016

35. römische Keramik aus Götterswickerhamm

Die tatsächliche Anzahl der römische Keramik, die sich auf einem Feld zwischen dem "Krähennest" in Götterswickerhamm und der Feuerwehr Löhnen befand, ist tatsächlich sehr gering. Natürlich sind das nur sporadische Funde, die nicht bei einer systematischen Begehung gemacht wurden, also nur eine Stichprobe darstellen, wobei man dazu sogar noch bedenken muss, dass nur die Erdoberfläche untersucht werden konnte.


Links eine Terra Sigillata (Link zu Terra Sigillata) Scherbe, rechts eine Randscherbe

eine Sigillata Scherbe aus der Spätantike, die auch der Anlass war, dass sich die Archäologin sofort für die Funde in die Bearbeitung stürzte, da sie gerade dabei war einen Artikel über die Spätantike am Niederrhein zu schreiben, man erkennt leider auf dem Foto nur schwach die Struktur mit Linien und Punkten

zwei Scherben, die mit Ritzungen verziert sind

Sonntag, 18. Dezember 2016

34. Römische Ziegel, Fundort: Götterswickerhamm

 Sind römische Ziegel am Niederrhein etwas besonderes? Natürlich nicht. Wenn sie rechtsrheinisch liegen aber schon. Ungeachtet der Diskussion, ob das heutige Götterswickerhamm zu Römerzeiten rechts oder links des Rheines lag, muss man doch feststellen, dass zu römischer Zeit dort ein Gebäude in der näheren Umgebung gestanden haben könnte. Leider fehlt mir das Wissen dazu wie sich ein solches Gebäude bildlich vorgestellt werden muss. Ich selber kenne nur die insulae (Link zu insula) aus den römischen Städten, sowie die villa rusticae (Link zu villa rustica) vom Land, welche ich mir aufgrund der Örtlichkeit/Ausmaße so nicht vorstellen kann. Evtl. wurden in der Spätantike/Frühmittelalter die Ziegel aus den römischen Städten dorthin exportiert wie es z.B. mit den römischen Grabsteinen in der katholischen Kirche St. Peter in Spellen passierte, wo ein Grabstein von einem Mädchen aus Köln in der Kirchmauer gefunden wurde, welcher wohl im 12./13. Jhd. "importiert" wurde.

Neben dem Gebäude, welches sich evtl. in der Nähe befand, könnte daher auch ein Gebäude in Götterswickerhamm damit gebaut worden sein, z.B. die dortige Kirche. Leider fehlen mir das Fachwissen, sowie natürlich etwaige Beweise für diese Behauptung.

Unstrittig ist aber, dass auf dem Feld neben den Ziegeln auch Gebrauchskeramik aus römischer Zeit "entsorgt" wurden.


zwei römische Ziegel, die als solche datiert wurden


neu gefundene Ziegel, Datierung steht noch aus

Fragment eines Imbrex? Link zu römischen Dachziegeln

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